der leere raum

was soll das denn? wohl ne emanze, oder?! über frauentraining

Jul 16th 2009
No Comments
respond
trackback

zweite frage: nein. ich liebe männer. speziell einen. erste frage: gute frage, muss ich aber ein bisschen ausholen.

im herbst 2008 saß ich zu hause in meiner bremerhavener küche und köchelte an einem waschechten burnout. ich war noch weit davon entfernt, das tatsächlich zu begreifen, aber schon krankgemeldet (ich arbeitete in einer sehr luxuriösen stellung als künstler im schuldienst), weil mir der schwindel nicht mehr vom leib wich.

ein jahr schule lag hinter mir und noch nicht sehr viel ahnung vom metier, nur von der regie und der theaterarbeit. der unterricht machte mir große freude. ich mochte meine schüler sehr. die organisation des schulbetriebs war allerdings so unübersichtlich für mich, dass ich 90% meiner zeit nicht nur gefühlt hilflos meinem schicksal entgegensah, sondern gefühlt und auch in wirklichkeit nichts daran ändern konnte. schule ist eben schule.

noch 1 woche vor der premiere der großen tif-inszenierung im sommer wusste ich nicht, ob diese stattfinden würde, weil meine schauspieler plötzlich alle anderswo im unterricht verplant waren. und das trotz meiner organisation. die inszenierung fand erfolgreich statt – mit herzrhythmusstörungen und atemnot meinerseits auf und über die bühne gebracht. körpersymptome dieser grössenordnung hatte ich in 10 jahren härtester theaterarbeit davor noch nicht erlebt.

die ferien halfen mir nicht, mich zu erholen. irgendwann fiel mir auf, dass ich lustlos war und nicht mehr in den unterricht wollte, nicht einmal mehr mit meinen schülern spielen. ein schlechtes zeichen. denn mein beruf ist meine berufung und meine leidenschaft. ich liebe meine arbeit. und vor allem meine schüler.

ich wollte nur noch meine ruhe, hatte jeglichen sozialen kontakt außer meiner beziehung auf eis gelegt, ging nicht mehr ins kino, nahm keine termine mehr wahr, wenn ich nicht musste.  ich dachte nur noch an den berg arbeit vor mir, der nicht zu bewältigen war. ich vergrub mich, tat nichts schönes mehr für mich, arbeitete nur noch wie eine maschine, ruhte nicht mehr aus, konnte nicht entspannen, abschalten, geschweigedenn schlafen.

über die lange zeit des intensiven motivierens und förderns meiner schüler und anderer menschen (und das kann ich) hatte ich völlig vergessen, MICH zu fördern und zu motivieren.

seit 13 jahren arbeite ich daran, dass und wie ich mich um mich kümmere und motiviere. ich weiß viele tricks und techniken, die mir helfen, und zwar schnell. und trotzdem passierte mir das. mit einer weiteren schlechten information meine gesundheit betreffend versehen, kam endlich der totale breakdown. erst dann fing ich an, darüber zu sprechen und mir hilfe zu holen und stellte bald fest, dass es vielen anderen frauen auch so ging.

dann begann ich endlich, meine techniken wieder anzuwenden und mir ging es besser. durch nachfragen angeregt fing ich an, andere frauen im einzeltraining zu unterrichten.

ich arbeite mit julia camerons „der weg des künstlers“. das buch ist wunderbar. es alleine zu arbeiten ist allerdings eine hohe kunst, finde ich. ich habe es getan, aber 10 jahre dafür gebraucht. allerdings kenne ich dafür jetzt auch wirklich *einige* kniffe des kreativitätstrainings. denn für mich selbst etwas schönes, lustiges, womöglich sinnbefreites zu gestalten, das ist nicht nur mit kreativität verbunden, sondern auch mit widerstand. aus übungen aus diesem buch und einigen anderen quellen habe ich ein eigenes konzept entwickelt und bisher konnte ich mehr als 60 frauen auf ihrem weg weiterhelfen.

warum ich nur mit frauen arbeite: ich glaube, dass frauen unter sich, wenn sie die stutenbissigkeit weglassen, eine ungeheure kraft haben und ganz anders miteinander reden können als mit männern im raum. nicht besser oder schlechter. ANDERS. ich glaube, männer denken, fühlen und leben anders als frauen, und sie sollten besser mit einem mann arbeiten, wenn sie das wollen. und welcher mann lässt sich auch schon gern von einer frau sagen, was er tun soll? 😉

ich kann mit frauen reden, wie mir der schnabel gewachsen ist und sie mit mir. wir verstehen uns. darin sind wir uns meistens einig. es ist eine tolle arbeit für mich. ich habe in sehr kurzer zeit sehr viele großartige frauen kennengelernt.

das wichtigste: die arbeit mit frauen macht mir freude UND ich vergesse dadurch vor allem nie, auf mich selbst zu achten. ich neige dazu, mich zu vergessen, mich zu überarbeiten, zu viel für andere zu tun und zu wenig für mich. so ist das eben. damit lebe ich. aber ich kann es verbessern und permanent mein leben leichter machen. und bunter. und schöner. und glitzernder. mit blümchen. mit herzchen. mit sternchen.

deshalb frauentraining.


This post is tagged , ,

Leave a Reply

kategorien